Praxis

Informationen für Patienten

über

Gummiring - Ligatur – Therapie

 

 

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient;

bei Ihnen wird/wurde eine Behandlung von Haemorrhoiden bzw. eines Schleimhautvorfalles des Mastdarmes durchgeführt, bei der das Gewebe mit einem kleinen Gummiring abgebunden wird. Diese Behandlung kann in den ersten Tagen zu Problemen führen, über die Sie informiert sein müssen.

Was sind eigentlich Haemorrhoiden ?

Haemorrhoiden sind stark durchblutete Blutgefäßpolster zur Feinabdichtung des Afters , die jeder Mensch hat. Vor allem durch Pressen bei hartem Stuhlgang oder bei Durchfall werden die Haemorrhoiden nach unten gepreßt und vergrößern sich mit der Zeit bis sie schließlich beim Stuhlgang am After nach aussen vorwölben.

Die Vergrößerung und Verlagerung nennen wir Haemorrhoidalkrankheit. Die vergrößerten Knoten können mit Hilfe kleiner Gummiringe abgebunden und somit verkleinert werden. Die Behandlung erfolgt ambulant, weitgehend schmerzfrei und bedarf keiner Betäubung.

Wie erfolgt das Abbinden von Haemorrhoiden mit Gummiringen?

Eine kleine Skizze soll Ihnen diese Ligatur-Behandlung erläutern:

Ligatur

Skizze des Afterkanales mit vergrößerter
und innen abgebundener Haemorrhoide

Mit der Ligaturbehandlung werden vergrößerte Haemorrhoidalknoten mit einem kleinen Gummiring elastisch abgeschnürt und damit wieder auf ihr normales Ausmaß ver- kleinert. Nach ca. 7 - 14 Tagen fällt das abgestorbene Gewebe mit dem Ring unbemerkt ab und wird beim Stuhl- gang ausgeschieden. Nur selten geht der Ring auch schon früher ab.

Welche Gefahren hat diese Behandlung ?

Ausser einem vorübergehenden Fremdkörper- und Druckgefühl (wie beim Stuhlgang) in den ersten Tagen kann es selten zu Schmerzen kommen. Lassen Sie sich davon nicht beunruhigen, sondern nehmen Sie eine Schmerztabletteein (dies solllte kein ASS enthalten, siehe untern). Informieren Sie uns , falls Sie unter starken Schmerzen leiden sollten.

In etwa 1% der Behandlungen kann eine stärkere Blutung auftreten, wenn nach Abstoßung des Knotens an der Abbindungsstelle ein Blutgefäß nochmals aufgeht. Das Blut fließt dann in den Enddarm, führt zu Stuhlgang und entleert sich teils frisch, teils geronnen aus dem After. Normalerweise tritt eine solche Blutung nach 7-14 tagen auf, gelegentlich aber auch schon nach wenigen Tagen, spätestens nach 21 Tagen.

Eine solche Blutung ist zwar selten, erfordert dann aber die Blutstillung durch den Arzt ! Sie sollten sich daher sofort (auch nachts oder am Wochenende!) in die nächstgelegene Klinik fahren lassen. Fahren Sie nicht selbst mit dem Auto, sondern lassen Sie sich fahren, da durch den Blutverlust ein Kreislaufkollaps eintreten könnte ! Zeigen Sie dem behandelnden Arzt dieses Schreiben!

Begünstigt werden diese Blutungen durch:

Bluthochdruck , heftiges Pressen bei sehr festem Stuhl oder Durchfall, starkes Husten oder Einnahme von ASS - haltigen Medikamenten !

Daher muß unbedingt beachtet werden:

1 Woche vor und 2 Wochen nach der Behandlung dürfen keine ASS - haltigen (Acetylsalicylsäure) Medikamente eingenommen werden (z.B ASPIRIN etc.)!

Ernährungsvorschläge nach der Behandlung:

Essen Sie möglichst ballaststoffreich (Gemüse, Salate, Obst, grobe und dunkle Brotsorten, Knäckebrot, Müsli) und trinken Sie viel (ca. 2 Liter Flüssigkeit, Tee, stilles Wasser, Milch). Essen Sie vor allem langsam und kauen Sie gut, damit die unverdaulichen Faserstoffe bei der Verdauung im Darm aufquellen können.

Terminplan für die weitere Behandlung:

Da eine Blutung bis zu 3 Wochen nach jeder Behandlung auftreten kann, sollten Sie für diese Dauer nicht verreisen bzw. ihre Behandlungstermine danach einrichten. Sollten Sie eine Reise fest geplant haben, kann die nächste Behandlung ohne Gefahr auf die Zeit danach verschoben werden.

Am ____________ wurde eine Gummibandligatur bei ______ Uhr SSL gesetzt.

Nächster Termin:

Anruf bei Problemen:

Montag bis Donnerstag in der Zeit von 7.30 Uhr -12 Uhr und von 14–17.30 Uhr und am Freitag von 7.30 – 14 Uhr sind wir unter der Rufnummer 0214/55036 oder 0214/55037 zu erreichen. Ausserhalb dieser Zeit wenden Sie sich bitte an die Arztnotrufzentrale unter der Nummer 0214/19292 oder bei dringenden Notfällen über die 112 an die Rettungsleitstelle oder an das nächstgelegene Krankenhaus.